Dreidimensionale Grüße

Jens Gollnow. Quelle: Gollnow Paper Creations

Wäre Jens Gollnow seinem Studienfach treu geblieben, würde der Objektdesigner heute vielleicht Möbel oder Kunst ab Bau entwerfen. Doch schon während der Ausbildung wurde Gollnow klar, dass seine bevorzugten Werkstoffe Papier und Karton sein würden. Konsequenterweise war seine Diplomarbeit denn auch ein Papiermodell.

Seit seinen ersten 3D-Grußkarten 1993 nimmt Gollnow grundsätzlich alle Aufgaben selbst in die Hand: Er entwirft die Konstruktionen, malt die Motive als Aquarelle und gibt die fertigen Entwürfe dann im eigenen Verlag “Gollnow Paper Creations” heraus. Produziert wird ausschließlich in Deutschland, konfektioniert in der Dortmunder Behindertenwerkstatt Gottessegen.

Gollnows Grußkarten sind meist keine klassischen Klappkarten. Stattdessen stecken in den Briefkuverts ausgefeilte Papierobjekte: Blumen samt Topf, komplette Schnee- und Weihnachtsmänner oder fertig gefaltete Tiere. Allein das tierische Angebot umfasst Haus- und Wildtiere von der Katze bis zum Känguru, Letzteres mit entnehmbarem Nachwuchs im Beutel.

In diesem Jahr wuchs der Zoo um Mops, Erdmännchen und Raupe an. Und jedes neue Tier überrascht mit eigenem Faltmechanismus, der die vermeintliche Grußkarte zu einem kleinen freistehenden Papierobjekt macht. Beschreiben kann man die Karten diskret auf der Rück- oder Innenseite, sodass die Schrift nicht auffällt, wenn das Motiv später beim Empfänger im Regal steht.

Als Zimmerschmuck eignen sich besonders die 3D-Blumenkarten, die sich leicht zu Topfpflanzen zusammenstecken lassen. 15 Varianten hat Gollnow entwickelt, darunter Rosen, Tulpen und eine Orchidee. Die Motive Christstern und Christrose wurden mit dem Designpreis FORM 2008 ausgezeichnet.

In Gollnows Werkstatt sind im Laufe der Jahre auch eine Reihe von Auftragsarbeiten und Kooperationen entstanden. Dazu gehören Städtekarten, deren einzelne Ebenen lose eingesteckt und mit Informationen zu den Motiven versehen sind sowie Pop-Up-Stadien im Auftrag von Fußballvereinen. Seit 1993 ist Gollnows Angebot auf rund 150 lieferbare Kartenmotive angewachsen.

Erstmals gehören mit Grußkarten seines Kollegen Peter Dahmen auch fremde Entwürfe zum Programm (zu diesen Arbeiten finden Sie hier einen gesonderten Beitrag). Bleibt abzuwarten, welche Projekte sich aus dieser Zusammenarbeit noch ergeben…

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.