“A Christmas Carol”: Pop-Up nach Charles Dickens

Püntlich vor Weihnachten legt der Maler und Designer Chuck Fischer ein neues Pop-Up-Buch vor. Zusammen mit dem Papierkonstrukteur Bruce Foster hat er sich der Erzählung “A Christmas Carol” (“Der Weihnachtsabend”) von Charles Dickens angenommen.

Dickens schrieb die Geschichte 1843, um auf die Not der Armen in der britischen Gesellschaft aufmerksam zu machen. Darin erscheint dem so reichen wie geizigen Ebenezer Scrooge am Heiligen Abend der Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Marley, um ihn zu einem besseren Leben zu bekehren. Weitere Geister führen Scrooge in seine Kindheit zurück, richten seinen Blick auf den ärmlich lebenden Schreiber Cratchit und dessen Familie sowie auf seinen Neffen und zeigen ihm schließlich seinen eigenen einsamen Tod. Der Ausblick läutert den Geizhals und macht ihn zu einem guten Menschen.

Diese in viele Sprachen übersetzte und mehrfach verfilmte Geschichte erlebt nun ihre “Wiederaufführung” als Pop-Up mit sechs schönen Doppelseiten.

Pop-Up aus A Christmas Carol


Fischer und Foster kommt der Aufbau der Geschichte entgegen: Dickens teilte seine Erzählung in fünf Kapitel auf, denen die Designer je eine Pop-Up-Doppelseite widmen konnten. Dazu gibt es den Originaltext in fünf kleinen Heften zum Nachlesen dazu. Ein sechstes, einleitendes Heft informiert über den Autor Dickens und die Rezeption seines Werkes im Laufe seiner rund 160jährigen Geschichte. Illustriert sind die Hefte mit Zeichnungen und Stichen aus den historischen Veröffentlichungen.

Diesem sehr schönen stimmigen Pop-Up wäre zu wünschen, dass sich ein Verlag für eine deutsche Ausgabe fände!

Pop-Up aus dem Buch "A Christmas Carol"


Auf der Homepage von Chuck Fischer stieß ich übrigens auf das nachfolgende Video. Offenbar gibt es eine iPad-Version des Buches, die sich an den Zeichnungen der gedruckten Ausgabe orientiert und einige Pop-Up-artige Elemente zum Klicken anbietet. Derartige multimediale Aufbereitungen scheinen in Mode zu kommen. Sie zeugen von der Suche der Verlage nach neuen Vertriebswegen, was mir allerdings etwas hilflos-naiv erscheint. Dem Erlebnis, ein echtes Pop-Up-Buch aufzublättern, können solche mit der Fingerspitze navigierbaren Digitalausgaben ja doch nicht mal annähernd entsprechen.

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