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Pop-ups made in Germany

20. Juli 2011

Im Februar 2010 habe ich in diesem Blog schon einmal Pop-ups des Dortmunder Designers Peter Dahmen vorgestellt. Der Beitrag endete mit der Ankündigung, die Entwürfe werde man demnächst als Karten kaufen können. Die Produktion der betreffenden Pop-ups verzögerte sich aber bis jetzt immer wieder. Dazu vielleicht mehr, wenn die Arbeiten tatsächlich erscheinen. In der Zwischenzeit sind aber andere Pop-ups aus Dahmens Werkstatt verlegt worden, über deren Entstehung der folgende Beitrag berichtet.

Die hier vorgestellten Motive sind im Verlag des Objektdesigners Jens Gollnow erschienen. Gollnow und Dahmen kennen sich noch aus Studienzeiten und arbeiten seit dem vergangenen Jahr zusammen. „Es hat sich herausgestellt, dass wir uns hervorragend ergänzen“, sagt Dahmen. „Mein Kollege hat unglaublich viel Erfahrung in der Kartenproduktion – und ich entwerfe gerne komplizierte Pop Up Karten.“

Als erstes Motiv brachte das Duo das “Dortmunder U” heraus. „Mit dem fertigen Modell bin ich zu verschiedenen Herstellern gegangen“, erinnert sich Dahmen, „als ich die Karte meinem ehemaligen Studienkollegen zeigte, war er sofort begeistert. Etwa einen Monat später waren die ersten U-Karten bei Jens Gollnow erhältlich.“

Pop-up Dortmund U
Foto: Peter Dahmen / Gollnow Paper Creations

Über das Dortmunder Motiv kam Verleger Gollnow in Kontakt mit einem Münchner Kartenverlag, der vorschlug, das traditionelle Münchner Sportstadion an der Grünwalder Straße in einer Karte zu verewigen. Seit 1911 wird im Stadion Fußball gespielt, wenn auch mittlerweile nur noch von den Jugendmannschaften des TSV 1860 München und Bayern Münchens. In Ko-Produktion brachten die Dortmunder und Münchner eine Pop-up-Karte heraus, die anlässlich des 100. Geburtstag des Grünwalder Stadions erschien.

Pop-up Fußballstadion
Foto: Peter Dahmen / Gollnow Paper Creations

Die Arbeit kam in der Sportwelt offenbar gut an, denn seitdem erhielt Dahmen mehrere Anfragen von Fußballvereinen und Werbeagenturen. Daraus ging u.a. ein Pop-up-Stadion für den 1. FC Mainz 05 hervor:

Pop-Up Stadion Mainz 05
Foto: Peter Dahmen / Gollnow Paper Creations

Neben den sportlichen Motiven fertigte Dahmen für Gollnow zwei Torten-Karten, mit denen sich Grüße zum Geburtstag und zur Hochzeit übermitteln lassen:

Zur Entstehung verrät Dahmen: „Die ersten Entwürfe fertige ich immer in Handarbeit an, meistens in weiß. Wenn der grundsätzliche Aufbau feststeht, zeichne ich einzelne Teile mit Bleistift, scanne sie ein und fertige damit Vektordaten an. Einfachere Bauteile zeichne ich direkt am Computer. Die Zeichnungen drucke ich aus, schneide sie aus und klebe sie zusammen. Später, wenn die Modelle komplexer werden, schneide ich die Einzelteile nicht mehr von Hand aus, sondern verwende einen Schneideplotter. Das hat auch den Vorteil, dass diese Maschine sehr exakt arbeitet, so dass ich minimale Korrekturen an einzelnen Teilen ausführen kann, und alle unveränderten Bauteile in der gleichen Qualität mehrfach ausschneiden (lassen) kann.“

Die Motive werden nach dem Druck ausgestanzt. Das Falten, Zusammenstecken und Zusammenkleben erfolgt in Dortmund bei verschiedenen Behindertenwerkstätten. Die recht komplexe Handarbeit schlägt sich im Preis nieder: Für eine Torten-Karte muss man 5,90 Euro bezahlen, das Münchner Fußballstadion kostet knapp zehn Euro.

„Da die Karten in kleiner Auflage, in Handarbeit und komplett in Deutschland hergestellt werden, sollte man die Preise nicht mit Massenprodukten aus Asien vergleichen“, gibt Dahmen zu bedenken. „Natürlich sind mir die Pop-up-Bücher bekannt, die bei Amazon und Co für weniger als 20 Euro angeboten werden, und die sehr viele unfassbar aufwendige Pop Ups enthalten. Ich kann mir nicht erklären, wie solche günstigen Preise zustande kommen können, wenn alle Beteiligten ANGEMESSEN bezahlt werden.“

Die Karten von Gollnow sind in einigen Städten in Buchläden und Schreibwarengeschäften erhältlich. Interessenten sollten den nächsten Laden am besten beim Verlag erfragen – oder dessen Online-Shop in Augenschein nehmen…

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